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Wohnregion ein Indikator für Kindergesundheit- es besteht Handlungsbedarf!

Die Wohnregion und Nachbarschaft, in der Kinder und Jugendliche in den USA leben, hat offenbar einen signifikanten Einfluss hat auf den Gesundheitsstatus. Und sicherlich dürfte auch in Deutschland allein schon die Adresse eines Kindes ein nicht unwesentlicher gesundheitlicher Risikofaktor sein

 

 

 

Diese Rückschlüsse, die durchaus auch auf Deutschland übertragen werden können, basieren auf den Ergebnissen einer Forschungsinitiative am Institute for Equity in Child Opportunity & Healthy Development der Boston University School of Social Work. Diese haben anhand des Child Opportunity Index (COI) herausgefunden, dass eine ungünstige Wohnregion auch negative Auswirkungen auf die Rate von Hospitalisierungen oder der Inanspruchnahme der Notaufnahme nach sich zieht.

 

Der COI-Index umfasst Indikatoren aus den Bereichen Bildung, Gesundheit und Soziales mit 44 Subdomänen, mit denen der Einfluss der jeweiligen Wohnregionen auf die Kindergesundheit verglichen werden kann. Dabei stellte sich heraus, dass

 

  • die Asthma-Inzidenz, das Risiko für Adipositas sowie für Vergiftungen und Verletzungen in Regionen mit niedrigem COI überdurchschnittlich hoch ist.
  • die Rate an Hospitalisierungen und auch die Rate an Wiedereinweisungen ins Krankenhaus dort am höchsten ist, wo der niedrigste COI gemessen wurde.

 

·         Kinder mit komplexen Erkrankungen aus Gegenden mit niedrigem COI überdurchschnittlich häufig in die Notaufnahmen kommen und auch generell  häufiger stationär behandelt werden müssen.

 

Ziel der Forschungsinitiative ist es, anhand solcher belegbarer Daten solche politische Initiativen in den USA zu stärken, die mit präzisen und gezielten Maßnahmen die Chancenungleichheit von Kindern nicht nur im Bereich Gesundheit eruieren und reduzieren wollen. Dies sollte auch die politische Handlungsleitlinie hierzulande sein, um noch gezieltere politische und sozialpädiatrische Maßnahmen zugunsten sozial benachteiligter Kinder in die Wege zu leiten. Vorschläge hierfür gibt es von Seiten der Frühen Hilfen (Ausweitung der Angebote auch für ältere Kinder) oder des Deutschen Kinderbulletins (Etablierung von Sozialraumlosten für besonders benachteiligte Familien) zur Genüge. Sie müssten halt nur noch umgesetzt werden!