Da hat der Bundesrat Weitsicht gezeigt und Klartext gesprochen. Bereits im Herbst 2025 hatte die Länderkammer einen Gesetzentwurf vorgelegt (https://dserver.bundestag.de/btd/21/027/2102742.pdf)
und darin begründet, warum, das Rauchen in geschlossenen Fahrzeugen in Anwesenheit von Minderjährigen oder Schwangeren verboten werden sollte.
Auf die Unterstützung von der offiziellen Ärzteschaft in Deutschland konnte der Bundesrat allerdings bisher nicht bauen. Das hat sich nun seit dem 130. Deutschen Ärztetag 2026 in Hannover fundamental geändert. Auch die Delegierten des Ärztetages fordern nun ein Rauchverbot in geschlossenen Fahrzeugen, wenn Minderjährige oder Schwangere mit von der Partie sind.
Das allerdings war längst überfällig. Denn nicht erst seit ihrem Ärztetag 2026 wissen die Mediziner, dass Gesundheitsschäden durch Tabakrauch bei Kindern und Jugendliche auch bei indirekter Inhalation auftreten können, da die sich entwickelnden Atemwege und Lungen von jungen Menschen „besonders gefährdet“ seien. Doch aller bisher erfolgter Warnungen geht das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg davon aus, dass derzeit immer noch rund eine Million Minderjährige in Deutschland Tabakrauch im Auto ausgesetzt sind. Die lange Zeit gehegten Hoffnungen, im Auto insbesondere in Anwesenheit von Minderjährigen oder Schwangeren freiwillig auf das Rauchen zu verzichten, hätten sich nicht erfüllt. Appelle hin zu solchen freiwilligen Selbstbeschränkungen laufen aller Erfahrung nach allerdings meist ins Leere.
Doch trotz aller wissenschaftlicher Belege hatten sich die Bundesregierungen der vergangenen Jahre insbesondere aus verfassungsrechtlichen Gründen stets schwergetan, ein Verbotsverfahren politisch auf den Weg zu bringen. Dafür haben auch Verbände und Gesellschaften aus der Kinder- und Jugendmedizin immer wieder plädiert. Der frühere Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hatte im Jahr 2023 zwar einen entsprechenden Vorstoß unternommen, wurde aber insbesondere von Seiten der FDP zurückgepfiffen. Die aktuelle Bundesregierung aus Union und SPD hat dieses heiße Eisen bis zum Sommer 2026 nicht angefasst.
Ganz anders der Bundesrat, der bereits 2019 und 2022 und nun zuletzt 2025 konkrete Vorschläge für ein Rauchverbot im Auto eingebracht hat. Ob die Bundesregierung nun mit dem zusätzlichen Votum der verfassten deutschen Ärzteschaft zum Handeln bewegt werden kann? Der Druck hin zu einem Rauchverbot im Auto in Anwesenheit von Minderjährigen oder Schwangeren nimmt jedenfalls damit deutlich zu. Auch deshalb, wie der Konsum der ebenfalls gesundheitsschädlichen Passivdampfinhalation (Vapen) stark ansteigt und auch diese Nikotinprodukte keinesfalls im Auto in Anwesenheit von Kindern konsumiert werden sollten.